Die 5 häufigsten Spritzgussfehler und wie man sie verhindert
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Die 5 häufigsten Spritzgussfehler und wie man sie verhindert

J JBRplas Engineering Team · 3 min read · 481 words

Spritzgussfehler sind keine Zufälle. Jeder Fehler hat eine spezifische Ursache — und eine spezifische Lösung. Die fünf häufigsten Fehler, ihre Ursachen und wie sie zu verhindern sind.

1. Einfallstellen

Aussehen: Oberflächeneinfallungen, typischerweise über dickeren Wandabschnitten, Rippen oder Domen.

Ursache: Der Kern des dickeren Abschnitts kühlt langsamer ab als die Oberfläche. Beim Abkühlen schwindet das Material und zieht die bereits erstarrte Oberfläche nach innen.

Prävention:

  • Wanddicken gleichmäßig halten (max. 60% Dickenänderung)
  • Rippen und Dome auf 50–60% der nominellen Wanddicke reduzieren
  • Nachdruck erhöhen und Nachdruckzeit verlängern
  • Angussposition in den dicksten Wandbereich verlegen
  • Werkzeugtemperatur am kritischen Bereich senken

2. Verzug

Aussehen: Das Teil verformt sich nach dem Entformen — es ist nicht mehr plan oder entspricht nicht den Sollmaßen.

Ursache: Differentielle Schwindung — verschiedene Bereiche des Teils kühlen unterschiedlich schnell ab und schwinden unterschiedlich stark. Glasfasergefüllte Materialien zeigen zusätzlich anisotrope Schwindung (unterschiedliche Schwindung in und quer zur Fließrichtung).

Prävention:

  • Gleichmäßige Wanddicke konstruieren (die häufigste Lösung)
  • Kühlkanäle symmetrisch um die Kavität anordnen
  • Material mit niedrigerer Schwindung wählen (amorphe Materialien wie ABS, PC schwinden weniger als teilkristalline wie PP, PA)
  • Eine Moldflow-Verzugsanalyse durchführen, bevor das Werkzeug gebaut wird
  • Nachdruckprofil optimieren

3. Grate

Aussehen: Eine dünne Kunststoffschicht, die an der Trennebene oder um Auswerfer aus dem Werkzeug austritt.

Ursache: Die Schmelze entweicht durch einen Spalt im Werkzeug, wo die Schließkraft nicht ausreicht oder das Werkzeug verschlissen ist.

Prävention:

  • Schließkraft prüfen — ausreichend für die projizierte Fläche?
  • Einspritzdruck reduzieren (wenn die Teilequalität es zulässt)
  • Werkzeug auf Verschleiß an der Trennebene prüfen
  • Nachdruckphase überprüfen — Überpacken verursacht Grate an Auswerfern
  • Entlüftungskanäle auf Blockierung prüfen

4. Kurzschuss

Aussehen: Das Teil ist unvollständig — die Kavität wurde nicht vollständig gefüllt, bevor die Schmelze erstarrte.

Ursache: Die Schmelze erstarrt, bevor sie die entferntesten Bereiche der Kavität erreicht. Das kann an unzureichendem Einspritzdruck, zu kleinem Anguss, zu niedriger Schmelzetemperatur oder eingeschlossener Luft liegen.

Prävention:

  • Einspritzdruck und/oder -geschwindigkeit erhöhen
  • Angussquerschnitt prüfen — zu klein?
  • Schmelzetemperatur erhöhen (innerhalb des Materialfensters)
  • Werkzeugtemperatur erhöhen
  • Entlüftung an den Enden der Fließwege hinzufügen
  • Auf ein Material mit höherem MFI (bessere Fließfähigkeit) wechseln

5. Bindenähte

Aussehen: Eine sichtbare Linie, an der zwei Fließfronten aufeinandertreffen — oft um Löcher, Kerne oder bei Mehrpunkt-Anguss.

Ursache: Wenn zwei Fließfronten aufeinandertreffen, ist die Temperatur an der Grenzfläche niedriger als im Kern der Schmelze. Die Polymerketten verschlaufen nicht vollständig — das Ergebnis ist eine schwächere, sichtbare Linie.

Prävention:

  • Angussposition so ändern, dass sich die Fließfronten an einer anderen Stelle treffen
  • Schmelzetemperatur erhöhen (wärmere Fließfronten verbinden sich besser)
  • Werkzeugtemperatur erhöhen
  • Einspritzgeschwindigkeit erhöhen (schnellere Füllung = weniger Abkühlung vor dem Zusammentreffen)
  • Entlüftung an der Bindenäht-Position hinzufügen
  • Das Bauteil so umkonstruieren, dass die Bindenäht an eine unkritische Stelle wandert

Die teuerste Lösung ist die späte Entdeckung

Alle fünf Fehler können durch eine Moldflow-Analyse in der Konstruktionsphase erkannt werden — bevor das Werkzeug gebaut ist. Eine $500-Simulation, die einen $3.000-Werkzeugumbau verhindert, hat einen 6:1 ROI. Bei JBRplas ist die Moldflow-Analyse Teil jedes Werkzeugprojekts.

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