Kunststoffteil-Konstruktion — Wanddicken, Entformungsschrägen und Rippen-Design
KonstruktionDFMSpritzgussWanddickeEntformungsschrägeRippen

Kunststoffteil-Konstruktion — Wanddicken, Entformungsschrägen und Rippen-Design

J JBRplas Engineering Team · 1 min read · 164 words

Ein Spritzgussteil zu konstruieren, das sich füllen, kühlen und entformen lässt — ohne Einfallstellen, Verzug oder Verklemmung — folgt drei Grundregeln. Diese Regeln sind universell, aber ihre Anwendung variiert je nach Material.

Regel 1: Gleichmäßige Wanddicke

Die Bauteilwand sollte über das gesamte Teil eine gleichmäßige Dicke aufweisen — typisch 2–3 mm. Abrupte Dickenänderungen (>2:1) führen zu:

  • Einfallstellen an dicken Abschnitten
  • Verzug durch differentielle Schwindung
  • Verlängerte Zykluszeit
MaterialEmpfohlener Bereich
ABS1,5–3,5 mm
PC1,5–3,0 mm
PP1,5–4,0 mm
PA66-GF302,0–4,0 mm
POM1,5–3,0 mm

Regel 2: Entformungsschräge

Jede Fläche parallel zur Entformungsrichtung braucht Schräge — minimum 1° pro Seite, mehr bei texturierten Oberflächen. Ohne Schräge verklemmt sich das Teil und kann nicht ausgeworfen werden.

Regel 3: Rippen statt dicker Wände

Rippen erhöhen die Steifigkeit ohne die Wanddicke zu erhöhen:

  • Rippendicke: ≤60% der nominellen Wanddicke
  • Rippenhöhe: ≤3× Wanddicke
  • Rippenabstand: ≥2× Rippendicke
  • Basisradius: ≥0,25× Wanddicke

Dome (Befestigungspunkte)

  • Dom-Außenwand ≤60% der nominellen Wanddicke
  • Dom mit Rippen zur nächsten Seitenwand abstützen
  • Domhöhe ≤3× Außendurchmesser

Kostenlose Konstruktionsprüfung anfordern →