
KonstruktionDFMSpritzgussWanddickeEntformungsschrägeRippen
Kunststoffteil-Konstruktion — Wanddicken, Entformungsschrägen und Rippen-Design
Ein Spritzgussteil zu konstruieren, das sich füllen, kühlen und entformen lässt — ohne Einfallstellen, Verzug oder Verklemmung — folgt drei Grundregeln. Diese Regeln sind universell, aber ihre Anwendung variiert je nach Material.
Regel 1: Gleichmäßige Wanddicke
Die Bauteilwand sollte über das gesamte Teil eine gleichmäßige Dicke aufweisen — typisch 2–3 mm. Abrupte Dickenänderungen (>2:1) führen zu:
- Einfallstellen an dicken Abschnitten
- Verzug durch differentielle Schwindung
- Verlängerte Zykluszeit
| Material | Empfohlener Bereich |
|---|---|
| ABS | 1,5–3,5 mm |
| PC | 1,5–3,0 mm |
| PP | 1,5–4,0 mm |
| PA66-GF30 | 2,0–4,0 mm |
| POM | 1,5–3,0 mm |
Regel 2: Entformungsschräge
Jede Fläche parallel zur Entformungsrichtung braucht Schräge — minimum 1° pro Seite, mehr bei texturierten Oberflächen. Ohne Schräge verklemmt sich das Teil und kann nicht ausgeworfen werden.
Regel 3: Rippen statt dicker Wände
Rippen erhöhen die Steifigkeit ohne die Wanddicke zu erhöhen:
- Rippendicke: ≤60% der nominellen Wanddicke
- Rippenhöhe: ≤3× Wanddicke
- Rippenabstand: ≥2× Rippendicke
- Basisradius: ≥0,25× Wanddicke
Dome (Befestigungspunkte)
- Dom-Außenwand ≤60% der nominellen Wanddicke
- Dom mit Rippen zur nächsten Seitenwand abstützen
- Domhöhe ≤3× Außendurchmesser